Digitale Meetings verändern die Kommunikation

Andreas Derck

Andreas Derck

Um Blickkontakt aufzunehmen, müssen wir also nicht etwa in die Gesichter der in der Meeting-App dargestellten Personen sehen, sondern stets in die Kamera. Dies ist eine der großen Herausforderungen, die der digitale Kontakt mit sich bringt.

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Digitale Meetings verändern die Kommunikation

Mittlerweile gibt es reichlich angebotene Leitfäden für die Bedienung der unterschiedlichen Meeting-Apps, wie Microsoft Teams, Zoom, WebEx etc. Auch für die möglichen Hintergründe zur Vermeidung eines zu tiefen Einblicks in Ihr Homeoffice werden in enormer Menge angeboten. Alles hilfreich, keine Frage.

Was ich jedoch vermisse, sind Hinweise auf das richtige Verhalten vor der Kamera.

Ja, tatsächlich sitzen bzw. stehen Sie in Ihrem Homeoffice vor einer Kamera. Nicht wie in Präsenz üblich vor einer Gruppe von Gesprächspartnern, die unmittelbar vor Ihnen sitzen und Ihrem Gespräch oder Ihrem Vortrag folgen. Das alleine wäre schon herausfordernd genug – zumal dann, wenn die Meeting-Teilnehmer Ihrem Vortrag zusehen, ohne ihre eigene Kamera eingeschaltet zu haben.

In Präsenz-Meetings gleich welchen Anlasses verhalten wir uns so, wie wir es als eine natürliche Umgangs- und Kommunikationsform erlernt haben. Wir nehmen regelmäßig Blickkontakt mit unseren Gesprächspartnern auf. Nicht als unentwegtes Anstieren, sondern im Wechsel z.B. mit dem Blick in unsere Unterlage oder in unser Script oder auch einfach aus dem Fenster. Ganz natürlich eben.

Vor der Kamera verändert sich jedoch dieses als in Präsenz natürlich empfundene Verhalten scheinbar zwangsläufig. Zumeist reden die Teilnehmer eines Meetings in ihren eigenen Bildschirm. Dabei nehmen sie zwar scheinbar Blickkontakt auf, allerdings nur einseitig mit den Gesichtern in den kleinen Fenstern und erwecken damit den Eindruck, sie würden die Teilnehmer nie wirklich ansehen und nie persönlich ansprechen. Was hielten Sie von einer Person, die sich in Präsenz so verhalten würde?

Um Blickkontakt aufzunehmen, müssen wir also nicht etwa in die Gesichter der in der Meeting-App dargestellten Personen sehen, sondern stets in die Kamera. Dies ist eine der großen Herausforderungen, die der digitale Kontakt mit sich bringt. Es ist also ein Verhalten erforderlich, dass dem von Moderatoren in Fersehformaten sehr ähnelt. Stellen Sie sich nur den Eindruck vor, den der Moderator der Tagesthemen machen würde, wenn dieser während seiner Sendung nie in die Kamera, sondern unentwegt in seine Unterlagen oder sein Notebook sehen würde!

 

Den richtigen Kamerablick muss man üben.

Natürlich ist das nicht. Wir sehen die Gesichter unserer Meeting-Teilnehmer und dürfen diesen nicht in die Augen sehen, sondern in die Kamera, um sie wirkungsvoll zu erreichen? In der Tat. Es erfordert also zunächst die Einsicht, dass der fehlende Blick in die Kamera vergleichbar mit einem Gesprächspartner in Präsenz wäre, der uns während des Gesprächs nicht ein Mal ansehen würde.

Es empfiehlt sich also, diesen speziellen Kamerablick zu üben. Auch hier gilt: „Nicht Stieren, sondern Blicken!“. Das bedeutet, dass sie nicht unentwegt in die Kamera sehen müssen, wenn sie ein Gespräch führen oder einen Vortrag halten. Jedoch gilt die Empfehlung: „Suchen Sie die Kamera!“

Sollten Sie zur Kontrolle, ob Sie auf der richtigen Seite Ihrer geteilten PowerPoint Präsentation sind, oder mit einem kurzen Blick auf die Teilnehmer in Ihrem Bildschirm deren Reaktion auf Ihren Vortrag aufnehmen wollten, sollten Sie bei der Fortsetzung Ihres Vortrages die Kamera wieder suchen und in diese schauen.

Denken Sie ebenfalls an den Kamerablick, während Sie Ihre Präsentation teilen. Auch wenn das Fenster mit Ihrem Konterfei nur verkleinert zu sehen ist, blicken die Teilnehmer nicht unentwegt auf Ihre Präsentation, sondern sehen sich auch den Redner an. Zudem besteht bei manchen Meeting-Apps die Option, zwischen Präsentation und Ihrem Sprecherbild zu wechseln, ohne dass Sie dies explizit zulassen müssen. Damit wäre also Ihr Bild wieder im Fokus und nicht die Präsentation.

Oftmals sind die Objektive der eingebauten Kameras bei Notebooks oder auch Desktop PCs klein gehalten und damit nicht so gut sichtbar. So erfolgreich das für das Design dieser Computer war, so herausfordernd ist dies nun, da man diese Kameras mit dem Blick suchen sollte. Hilfreich hat sich hier der Tipp herausgestellt, neben das Kameraobjektiv einen kleinen Punkt oder Pfeil anzubringen. Nach kurzer Zeit werden Sie feststellen, dass sie das Kameraobjektiv immer leichter finden und sich damit Ihre Gesprächspartner viel direkter angesprochen fühlen; sowohl in diesem, wie auch im übertragenen Sinne.

Wenn Sie Ihre Gesprächspartner oder Teilnehmer Ihrer digitalen Veranstaltung nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional erreichen möchten, sollten Sie daher den Kamerablick geübt haben und bei Ihrem Anlass gezielt einsetzen. Probieren Sie es aus: Die Wirkung ist um ein Vielfaches besser und Ihr Vortrag wird hierdurch noch eindrucksvoller!

Ihr Andreas Derck

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